Interview mit Fabian Heidrich, Sales Engineer bei Axis Communications, Teil 2

Im ersten Teil unseres Interviews ging es darum, warum Cybersecurity bereits bei der Entwicklung einer Netzwerkkamera beginnt. Doch sichere Produkte allein reichen heute nicht mehr aus. Regulatorische Vorgaben wie die NIS2-Richtlinie oder der Cyber Resilience Act (CRA) verändern die Anforderungen an Hersteller, Integratoren und Betreiber gleichermaßen. Im zweiten Teil erklärt Fabian Heidrich, welche Entwicklungen die Branche aktuell prägen und worauf Unternehmen bei der Auswahl moderner Videosicherheitslösungen achten sollten.
Herr Heidrich, das BSI-IT-Sicherheitskennzeichen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Warum ist diese Auszeichnung für Unternehmen so relevant?
FH:
Wir beobachten, dass Unternehmen heute deutlich stärker auf unabhängige Nachweise achten als noch vor wenigen Jahren. Das BSI-IT-Sicherheitskennzeichen bietet dabei eine wertvolle Orientierung.
Es dokumentiert, dass ein Hersteller definierte Sicherheitsanforderungen erfüllt und sich verpflichtet, bekannt gewordene Schwachstellen transparent zu kommunizieren und zu beheben. Gerade bei öffentlichen Auftraggebern und Betreibern kritischer Infrastrukturen gewinnen solche Nachweise zunehmend an Bedeutung. Sie schaffen Vertrauen und erleichtern die Auswahl geeigneter Produkte. Ich bin überzeugt, dass sie künftig bei vielen Ausschreibungen zum Standard gehören werden.
Mit der NIS2-Richtlinie und dem Cyber Resilience Act steigen die regulatorischen Anforderungen deutlich. Welche Auswirkungen beobachten Sie bereits heute?
FH:
Cybersecurity ist heute fester Bestandteil vieler Ausschreibungen. Während früher vor allem Bildqualität oder Analysefunktionen im Vordergrund standen, fragen Kunden heute ganz selbstverständlich nach Sicherheitskonzepten, Update-Strategien oder dem Umgang mit Schwachstellen. NIS2 und der Cyber Resilience Act verstärken diese Entwicklung. Hersteller müssen nachweisen, dass sie Cybersecurity über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg berücksichtigen. Gleichzeitig wächst auch auf Betreiberseite das Bewusstsein, Sicherheitslösungen frühzeitig gemeinsam mit IT und Informationssicherheit zu planen. Aus meiner Sicht ist das ein wichtiger Schritt. Je früher Cybersecurity berücksichtigt wird, desto einfacher lassen sich Risiken vermeiden.
Cybersecurity endet nicht mit der Inbetriebnahme einer Kamera. Welche Rolle spielen Produktlebenszyklus und Lieferkette?
FH:
Cybersecurity ist kein einmaliges Projekt. Neue Bedrohungen entstehen kontinuierlich, deshalb müssen Produkte auch nach ihrer Inbetriebnahme regelmäßig aktualisiert und gepflegt werden. Dazu gehören Sicherheitsupdates, ein professionelles Schwachstellenmanagement und eine transparente Kommunikation. Gleichzeitig spielt auch die Lieferkette eine immer größere Rolle. Unternehmen möchten nachvollziehen können, wo Komponenten herkommen und wie deren Sicherheit sichergestellt wird. Deshalb empfehlen wir, nicht nur auf die Funktionen eines Produkts zu achten, sondern auch auf die langfristige Unterstützung durch den Hersteller.
„Eine sichere Lösung zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie über viele Jahre zuverlässig geschützt und weiterentwickelt wird.“

Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl moderner Videosicherheitslösungen heute besonders achten?
FH:
Natürlich bleiben Bildqualität, Analysefunktionen oder Integrationsmöglichkeiten wichtige Auswahlkriterien. Genauso wichtig ist heute jedoch die Frage, wie konsequent Cybersecurity umgesetzt wird.
Unternehmen sollten sich deshalb ansehen, welche Sicherheitsmechanismen bereits integriert sind, wie der Hersteller mit Schwachstellen umgeht, wie lange Sicherheitsupdates bereitgestellt werden und welche unabhängigen Nachweise oder Zertifizierungen vorliegen. Ebenso entscheidend ist eine offene Systemarchitektur. Sicherheitslösungen müssen sich flexibel in bestehende IT-Umgebungen integrieren lassen und auch zukünftige Anforderungen unterstützen.
Letztlich geht es nicht nur um das einzelne Produkt, sondern um einen Hersteller, der Verantwortung für die Sicherheit seiner Lösungen übernimmt.
Welchen Rat würden Sie Planern, Integratoren und Betreibern zum Abschluss mit auf den Weg geben?
FH:
Cybersecurity sollte heute genauso selbstverständlich geplant werden wie Netzwerk, Stromversorgung oder Datenschutz , nicht erst am Ende eines Projekts, sondern von Beginn an.
„Wer bereits bei der Auswahl von Produkten auf Security by Design, regelmäßige Sicherheitsupdates und transparente Prozesse achtet, schafft die Grundlage für eine langfristig sichere Infrastruktur.
Mein wichtigster Rat lautet deshalb: Betrachten Sie Cybersecurity nicht als zusätzliche Anforderung, sondern als festen Bestandteil jeder Sicherheitsplanung. Wer sie früh berücksichtigt, reduziert Risiken, schafft Vertrauen und investiert gleichzeitig in eine zukunftssichere Lösung.“
Wir danken Fabian Heidrich für das Interview und Silke Sturmvoll, Communications Specialist Middle Europe, für die wertvolle Unterstützung.
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Videoüberwachung von Axis Communications – Schutz für Menschen, Investitionen & Prozesse
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